Alles begann mit unserem Familienhund Luke, einem Terriermischling – ein vorhersehbarer Anfang? Naja – es ist ja auch spannend zu lesen, warum Menschen dort im Leben stehen, wo sie heute sind. Ich fahre demnach ganz klassisch fort…
Da ich, nach seinem Tod, mit Anfang 20 keinen eigenen Hund haben wollte, habe ich mit Hundesitting angefangen.
Dabei hat sich schnell gezeigt, dass ich besonders gut mit den „etwas schwierigeren“ Hunden zurechtkomme. In Zusammenarbeit mit einer Hundetrainerin habe ich gezielt Hunde mit Aggressionsverhalten und/oder Trennungsangst betreut.
Mein Herz schlägt außerdem schon immer ganz besonders für alte und kranke Tiere.
So folgte die Ausbildung zur vet.med. Fachangestellten über die VETAK.
Sowie eine Anstellung als Abteilungsleitung für Hunde & Pferde bei Gut Aiderbichl Gänserndorf.
Ein tolles Jobangebot brachte mich schließlich in die Steiermark – und irgendwann auch zu Lena und Andi ins Büro der Hundeschule. Schnell war klar: die Hundetrainerausbildung rundet ein umfassendes Gesamtpaket noch ab und hier bin ich nun.
Während meines Praktikums zur Tierarzthelferin kam Illyn zu mir. Nach einem schweren Autounfall sollte sie euthanasiert werden, da sie nicht mehr jagen konnte… 1 Jahr alt… wir haben um sie gekämpft und ihr Bein retten können. Sie lebt bis heute mit Einschränkungen – jedoch glücklich und Topfit (11 Jahre und immer noch beim Wandern in den Bergen dabei).
Durch Sie habe ich mich intensiv mit Auslastung, Beschäftigung, Muskelaufbau und Training bei körperlich eingeschränkten Hunden beschäftigt.
Und trotzdem hatte ich keine Ahnung, was mich auf der Verhaltensebene erwartet. Ein blutjunger Deutsch-Drahthaar, der nicht jagen oder rennen darf – eine echte Herausforderung.
Illy hatte bereits gelernt, sich mit Zähnen Raum zu verschaffen, wenn ihr etwas zu eng oder unangenehm wurde. Unsicherheit und defensives Aggressionsverhalten – absolut ernst zu nehmen. Für mich bedeutete das einen Balanceakt zwischen Gesundheit beachten, Auslastung schaffen, klare Grenzen setzen und vor allem: Beziehung und Vertrauen aufbauen.
Diese Erfahrung hat mir gezeigt: Neutral mit Tieren zu arbeiten ist etwas anderes, als mit ihnen Alltag und Beziehung zu teilen. Hier spielen Emotionen eine große Rolle.
Hunde zu trainieren ist das eine. An sich selbst zu arbeiten und eine stabile Beziehung aufzubauen etwas anderes. Beziehung bedeutet Zeit, Geduld, Verständnis, Verbindlichkeit, Kompromiss Selbstreflexion – und Arbeit.
Wir sind heute ein tolles Team und ich bin stolz auf uns beide, wie wir aneinander gewachsen sind und es immer noch tun:)
Mir ist es wichtig, Mensch-Hund-Teams nicht zu verurteilen oder zu belehren. Mein Ziel ist es, die Situation von außen möglichst objektiv einzuschätzen und gemeinsam einen Weg zu entwickeln, der für Mensch und Hund im Alltag wirklich umsetzbar ist.